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Materialkunde

Tipps zur Lederpflege

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Wie viel Pflege ein Leder benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von der jeweiligen Lederware und Lederart, der Nutzungs- und Tragegewohnheiten und auch maßgeblich von der Qualität des Leders. Bei hochwertigen Lederjacken beispielsweise ist das häufige Tragen die beste Pflege. Denn durch die Bewegung wird das Leder laufend gewalkt und geschmeidig gehalten. Bei jedem Leder verändern sich Farbe und Oberfläche mit dem Gebrauch sowie durch Licht und Witterungseinflüsse. So entsteht mit der Zeit eine schöne, individuelle Patina, die gleichzeitig das Leder schützt und daher nicht „ausgeputzt“ werden sollte. Zu welcher Lederpflege Sie auch immer greifen: Schauen Sie auf die Inhaltsstoffe. Denn Produkte aus natürlichen Bestandteilen sind nicht nur für das Leder gut, sondern auch für die Umwelt.

Pflege von Glattleder

  • Getrockneten Schmutz können Sie einfach mit einer Rosshaarbürste entfernen. Kleinere Verunreinigungen lassen sich gut mit einem Lederradiergummi beseitigen.
  • Verunreinigungen durch Fett säubern Sie mit einem angefeuchteten Schwamm und Neutralseife. Achten Sie darauf, dass das Leder dabei nicht vollständig durchfeuchtet. Danach die feuchte Stelle mit einem fusselfreien Tuch abreiben und trocknen lassen.
  • Wenn Ihre Lederjacke oder Ledertasche einmal in den Regen gekommen ist, am besten die Tropfen nicht stehen lassen, sondern mit einem fusselfreien Tuch gleichmäßig über die Oberfläche verteilen. Anschließend auf einem breiten Kleiderbügel an einem gut belüfteten Ort gut durchtrocknen.
  • Ledertaschen müssen im täglichen Gebrauch oft mehr aushalten als Lederjacken. Für Verunreinigungen und Flecken ist hier entweder Leder- und Sattelseife (robuste, kräftige Leder) oder ein reinigendes und pflegendes Lederöl (feinere Leder) zu empfehlen.
  • Bei Schuhen kann das Leder durch häufiges Tragen, insbesondere bei nassem Wetter, austrocknen. Damit es wieder geschmeidig und glänzend wird, können Sie Lederfette, Schuhcremes oder Wachse einarbeiten und das Leder anschließend mit einer Glanzbürste aufpolieren.
  • Gehen Sie eher sparsam mit Imprägniermitteln um, denn zu viel davon kann die Poren des Leders verschließen und seine Atmungsaktivität beeinträchtigen. Achten Sie auf einen gleichmäßigen Auftrag, damit keine Schlieren entstehen. Eventuelle Rückstände lassen sich leicht mit Wärme, etwa mit einem Fön, und einem fusselfreien Tuch entfernen.

Pflege von Rauleder

  • Die regelmäßige Pflege ist das oberste Gebot bei Rauledern wie Velours- und Nubukleder, das wichtigste Utensil ist die Kreppbürste. Mit ihrer Hilfe können nicht nur Staub und Schmutz entfernt, sondern auch verklebte, speckige Partien wieder aufgeraut werden.
  • Einzelnen Flecken und speckigen Stellen können Sie mit einem Lederradiergummi zu Leibe rücken. Oder Sie nutzen zur Fleckenentfernung eine milde Seife, Haarshampoo oder einen (Schuh-)Reiniger eigens für Rauleder.
  • Damit die offenporige Oberfläche erhalten bleibt und die Fasern nicht verkleben, vor allem stark fett- oder wachshaltige Pflegemittel vermeiden.
  • Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit zu tief in das Leder eindringt, können Sie Veloursleder von Zeit zu Zeit mit einem speziellen Imprägniermittel für Rauleder behandeln. Nässeempfindlich bleibt das Material aber dennoch, daher sind Ihre Schuhe, Jacken oder Taschen aus Rauleder bei Regenwetter zu Hause deutlich besser aufgehoben.

Weiterführende Tipps zur Pflege von Glatt- und Raulederschuhen finden Sie übrigens in unserem Ratgeber Schuhe putzen und pflegen.

Schuhe aus Shell Cordovan pflegen

  • Für Schuhe aus Shell Cordovan lautet die Devise: Weniger ist mehr. Damit die Schuhe ihren Cordovan-typischen Glanz behalten und Sie lange Freude an ihnen haben, dürfen Sie das Leder keinesfalls überpflegen. Zu viel Schuhcreme schadet den Schuhen eher, denn das Leder selbst ist bereits sehr fetthaltig. Vor allem auf lösungsmittelhaltige Pflegemittel sollten Sie unbedingt verzichten.
  • Für die Reinigung und Pflege nutzen Sie am besten eine Rosshaarbürste und ein weiches Poliertuch. Auch die sogenannten Fettausblühungen – ein weißlicher Film, der bei Cordovan-Schuhen durch Temperatur- oder Luftfeuchtigkeitsschwankungen entstehen kann – lassen sich einfach mit der Bürste in das Leder einarbeiten.
  • Kleine Kratzer oder Schrammen können Sie zum Beispiel mit der Rückseite eines Löffels in kreisenden Bewegungen wegpolieren.
  • Das abschließende Feinpolieren mit einer Ziegenhaar-Polierbürste lässt den Glanz noch deutlicher hervorscheinen.
  • Grundsätzlich gilt für viele Lederschuhe: Tragen Sie diese nicht täglich, sondern lieber mit einem Tag Abstand, damit das Leder gut trocknen kann. Es empfiehlt sich, nach dem Tragen und während der Pflege Schuhspanner zu verwenden.

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Pferdeleder – gebräuchlich ist auch der Begriff „Horsehide“ – kann aus den Häuten verschiedener Pferdearten hergestellt werden. Da Pferde heute seltener landwirtschaftlich genutzt werden, gehört es zu den raren und luxuriösen Lederarten. Je nachdem, welche Lederwaren produziert werden, kommen unterschiedliche Areale der Lederhaut in Frage.

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