Zum Inhalt springen

French Press

Die Kaffeepresse, auch French Press, Stabfilter- oder Pressstempelkanne genannt, liefert einen geschmacklich vollkommenen, kräftigen Filterkaffee. Weiterlesen

Ratgeber

Vollmundiger Genuss. Filterkaffee aus der French Press

Die Kaffeepresse, auch French Press, Kaffeedrücker, Stabfilter- oder Pressstempelkanne genannt, liefert einen geschmacklich vollkommenen, körper- und aromareichen Filterkaffee. Ihre Geschichte beginnt mutmaßlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich, als der namentlich nicht genannte Erfinder des Prinzips „Siebstempel“ Kaffeewasser aufgekocht und dabei vergessen haben soll, seinen frisch gemahlenen Kaffee rechtzeitig mit in den Topf zu geben. Wenn der eigene Erfindergeist gerade noch rechtzeitig die Gedankenlosigkeit am frühen Morgen einfängt – dann wird eben der Kaffeegenuss von einem vermutlich eher zufälligerweise passenden, nicht zu grobmaschigen Netz oder Sieb aus Metall gerettet. So ließ sich nämlich das nachträglich hinzugefügte Kaffeepulver beim Ausgießen unten halten und gleichzeitig verhindern, dass der Kaffeesatz mit ins Trinkgefäß gelangte.

Ein kleines Stück Kaffee- und Produktgeschichte: Patentiert wurde die French Press, wie sie nach wie vor auf vielen Frühstückstischen der Welt zu Hause ist, erst im Jahr 1929; angemeldet von dem Italiener Attilio Calimani. Verbessern lässt sich immer etwas, dachte sich bald 30 Jahre später sein Landsmann Faliero Bondanini und brachte eine überarbeitete Version des Kaffeebereiters heraus, den „Melior1958“. Das Modell mit Wiedererkennungswert ist bis heute – auch bei uns – erhältlich, hergestellt von der dänisch-schweizerischen Marke Bodum unter der klingenden Bezeichnung „Chambord“.

Schonende Zubereitung

Kaffee aus der French Press schmeckt kräftig, ist aber weniger koffeinhaltig als andere Filterkaffees. Das liegt an der Brühmethode. Denn „gepresstes“ Kaffeemehl bleibt länger im Kontakt mit dem Kaffeewasser als der klassisch unter kontinuierlichem Wasserdurchlauf aufgebrühte Kaffee.

Für einen Kaffee aus der Pressstempelkanne eignet sich etwas gröber gemahlenes Kaffeemehl am besten. So kommt das volle Spektrum der Aromen zur Geltung, ohne dass das belebende Getränk bitter wird. Fein gemahlener Kaffee würde in diesem Fall zu einer sogenannten Überextraktion führen. Tipp: Zu grob sollte der Mahlgrad Ihrer Mühle wiederum auch nicht eingestellt sein, denn sehr grob gemahlener Kaffee ließe das Getränk geschmacklich dünn und wässrig werden.

Ob Arabica, Robusta oder eine Mischung, wir empfehlen für die Verwendung in der Stabfilterkanne hell geröstete Kaffees, denn sie betonen die komplexen Säurenoten in der Bohne, die sich bei dieser Brühmethode umso vielfältiger entwickeln können. Zumal das bei anderen Filtermethoden übliche Filterpaper in der Kaffeepresse nicht verwendet wird – und wo kein Filterpapier, da keine potenziell geschmackverfälschende Barriere.

Falls kein Wasserkocher mit Zieltemperatureinstellung zur Hand ist, lohnt es sich, das Kaffeewasser nach dem Aufkochen einen kurzen Moment abkühlen zu lassen, denn kochend heißes Wasser verbrennt das Kaffeemehl. Für die French-Press-Methode ideal ist eine Wassertemperatur von etwa 92 bis 96 °C. Um das Getränk etwas länger warmzuhalten, können Sie die Kanne Ihrer French Press mit einem Schwung sehr heißen Wassers vorwärmen. Bei Glaskannen genügt es zumeist, das Gefäß kurz mit heißem Wasser auszuspülen.

In vier Minuten zum perfekten Kaffee

Rechnen Sie mit etwa 60 Gramm frisch gemahlenem Kaffee pro Liter Wasser und gießen Sie das Kaffeemehl in Ihrer Kanne zunächst nur mit einem Fünftel der Gesamt-Wassermenge auf. Was dann folgt, nennen Kaffee-Fachleute „Blooming“. Lassen Sie die Kaffeearomen erblühen! Für diese Phase des geschmackverstärkenden Anfilterns (bei der Siebträgermaschine Präinfusion genannt) können Sie etwa eine halbe Minute Zeit einplanen. Gießen Sie anschließend langsam und gleichmäßig das übrige Wasser nach, rühren Sie einmal gründlich um und lassen Sie Ihren Kaffee etwa dreieinhalb bis vier Minuten ziehen. Gern den Deckel aufsetzen, aber den Stempel während der Ziehzeit noch oben lassen!

Gehen Sie zuletzt auch beim Herunterdrücken des Pressstempels nicht zu schnell vor, um keine Kaffeemehlpartikel aufzuwirbeln. Et voilà – fertig ist Ihr neuer Lieblingskaffee!

In Regionen mit sehr kalkhaltigem Leitungswasser empfehlen wir zudem, stilles Wasser aus der Flasche oder alternativ gefiltertes Leitungswasser zu verwenden. So stören weder Kalkrückstände noch andere geschmackverfälschende Stoffe Ihren Kaffeegenuss. Apropos Rückstände: Damit Sie lange Freude an Ihrer French Press haben, reinigen Sie sie jedes Mal direkt nach dem Gebrauch. Entsorgen Sie den Kaffeesatz (nicht in der Spüle, sondern im besten Fall im Biomüll) und spülen Sie die Kanne gründlich mit heißem Wasser aus. Um Reste von Kaffeepulver rückstandslos zu entfernen, sollten Sieb und Feder regelmäßig auseinandergenommen und alle Teile einzeln gesäubert werden.