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Schreibtisch „Treviso Desk“ Eichenholz

Schreibtisch „Treviso Desk“ Eichenholz
Schreibtisch „Treviso Desk“ Eichenholz
CHF 2’136.00alle Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
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Produktinformation

Artikelnummer 15755

Entwurf Matthew Hilton, 2008. Eichenholz massiv (Herkunft Europa). Rückwand mit Kabeldurchlass aus eichenholzfurniertem MDF. Rahmen der oberen Schubkästen unterseitig mit Filz belegt. Höhe 86 cm, Breite 122 cm, Tiefe 58 cm. Gewicht 22,6 kg. Hergestellt in England.
Hersteller:

Allgemeine Informationen

Die neue, alte Einfachheit.

„We are great simplifiers in this country“, stellte Lucian Ercolani einmal fest, als er nach den typischen Merkmalen britischen Möbelbaus gefragt wurde. Das ist gewiss richtig – aber eben nur die halbe Wahrheit. Auch im britischen Möbelbau gab es über die Zeiten hinweg zwei gegensätzliche, sich geradezu im Pendelschlag abwechselnde Pole: Stile, die sich durch demonstrative Opulenz auszeichnen, und solche, die in Konstruktion und Gestaltung eher sparsame Zurückhaltung beweisen. Für Letztere steht der Windsor-Stil, der schon im 18. Jahrhundert populär war. Windsor-Möbel sind Leichtgewichte und weniger auf Repräsentanz als auf Funktion hin gestaltet. Das Augenfälligste an ihnen ist, dass sie gewissermaßen um die eigentliche Funktionsfläche herum konstruiert sind: Die klassischerweise leicht gespreizten Stuhlbeine und die Rückenlehne sind – zumeist in Gestalt gedrechselter Holzsprossen – an der Sitzfläche befestigt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie von Möbelbauern wie Lucian Ercolani in die Gegenwart „übersetzt“ und zum dominierenden britischen Möbelstil jener Zeit. Heute sind wir erneut zwei Pendelschläge weiter. Nachdem man sich auf der Insel in den Siebzigern gerne von den nunmehr als Nachkriegsästhetik empfundenen Stühlen, Tischen und Bänken getrennt hatte, um sie durch üppig gepolsterte Sitzlandschaften zu ersetzen, wächst neuerlich die Nachfrage nach den stabilen und handwerklich wie gestalterisch durchdachten Windsor-Möbeln à la Ercolani. Es gibt sie noch, denn die Möbelfabrik Lucian Ercolanis – 1920 als Furniture Industries Limited gegründet und seit 1958 als Ercol firmierend – besteht bis heute. Und seit einigen Jahren hebt sie den Schatz, den ihr der Gründervater hinterlassen hat: Unter der Bezeichnung „Ercol Originals“ entstehen Re-Editionen von Originalentwürfen Lucian Ercolanis.

„The Old Man“. Lucian Ercolani.

Ercol gilt vielen Briten als der Hersteller von Windsor-Möbeln schlechthin. Lucian Ercolani hatte nach seinem Studium am Shoreditch Technical Institute im East End von London bereits in jungen Jahren Möbelgestaltung gelehrt und hohe Positionen bei den wichtigsten Herstellern des britischen Möbelzentrums High Wycombe innegehabt, als er als 32-Jähriger ebendort seine eigene Produktionsstätte gründete, um unternehmerisch und gestalterisch freie Hand zu haben. Gerade Letzteres aber – die gestalterische Freiheit – sah er durchaus in Grenzen. Sein Ehrgeiz war es eben nicht, in grundstürzender Modernität „den Stuhl“ neu zu erfinden. Ercolani sah Gestaltung als evolutionären Prozess. Es ging ihm darum, das Werk der Vorväter Modell für Modell weiterzuentwickeln und zu verbessern. Dies galt insbesondere für sein Windsor-Sortiment. Überlieferte, auf genauester Kenntnis historischer Stuhlmodelle basierende Entwurfsskizzen verdeutlichen, wie Ercolani die Idee des Windsor-Möbels konsequent Schritt für Schritt perfektionierte.
„The Old Man“, wie er von seinen Mitarbeitern respektvoll genannt wurde, nutzte dabei einen modernen Maschinenpark, um neue Formen umsetzen zu können und um seine Möbel für den britischen Durchschnittshaushalt erschwinglich zu halten. Er zählte voll und ganz auf den Erfindungsgeist der Firmeningenieure: „The Old Man’s motto was, if there was no machine for the task, they would invent one“, wird von ihm berichtet. Das Zusammenspiel von präziser Handwerksarbeit und modernster Technik brachte den Erfolg. Ercol-Möbel waren in zahlreichen britischen Haushalten zu finden und das über viele Jahre gepflegte Markenzeichen – der „Ercolion“, ein Löwe in Schreinerkleidung – besaß einen enorm hohen Bekanntheitsgrad.

Ercol heute.

Ercol meisterte diese Zeit, indem es den alten Tugenden des Unternehmens vertraute: präzises Handwerk bei gleichzeitigem Einsatz hochmoderner Maschinen. Darüber hinaus pflegt Ercol bis heute eine zurückhaltende Modellpolitik. Einige Entwürfe sind seit Jahrzehnten im Programm und wurden im Laufe der Zeit nur geringfügig verändert. Und bei den von zeitgenössischen Möbelgestaltern entworfenen Novitäten der jüngeren Vergangenheit ist es offensichtlich, dass sie bei allem individuellen Ausdruckswillen stilistisch den vom Gründer formulierten gestalterischen Ideen verpflichtet bleiben. Eine Neuedition seiner besten Entwürfe ist auch in dieser Hinsicht konsequent. Ein Familienunternehmen ist Ercol bis heute: Seit 1993 führt Edward Tadros, ein Enkel Lucian Ercolanis, die Geschäfte.

Ercol 2334 (2008) – Treviso Desk.

Solche kompakten Arbeitsplätze, die sich zwischen Stehpult, Sekretär und Schreibtisch ansiedeln, sind heute zu Hauf zu finden – oftmals unter dem Namen ‚home office workspace‘. Dieses Modell von Ercol sticht durch seine symmetrische Gestaltung und klare Linienführung aus der Masse ähnlicher Möbel heraus. Denn der Tisch ist gestalterisch wie auch konstruktiv ein harmonierender Hybrid.
Die Neigung des zwei Schubkästen enthaltenden Überbaus führt Designer Matthew Hilton im Gestell fort, die Vorderbeine des Treviso Desk aus Eichenholz dienen demnach als stark nach vorn ausgestellte Formverlängerung. Ein Spiel mit der Perspektive sind die nach innen versetzen hinteren Beine. Dass sie alle vier im Querschnitt verjüngt sind, erinnt optisch stark an die Ästhetik der Ercol-Möbel aus den 1950er Jahren. Klassisch sind die zwei links und rechts oberhalb der Arbeitsplatte integrierten Schübe; die ausgeschnittenen Eingriffe und die beschlaglose, homogene Front der Untertisch-Schublade hingegen greifen zeitgenössische Elemente auf.
Zudem vereint der Tisch Elemente des traditionellen Möbelbaus – die aus durchgehenden Eichenholzbohlen gefertigte Platte, die Schwalbenschwanzzinkungen der beiden oberen Schubkästen und die beschlaglose massivhölzerne Führung der Untertisch-Schublade – mit Merkmalen der für Ercol typischen pragmatischen Herangehensweise. Wo sinnvoll, wirtschaftlich und nicht störend, verschmäht sie den Einsatz von Schraubverbindungen nicht (so etwa bei der geleimten und zusätzlich verschraubten Zargenkonstruktion der Tischplatte oder den Schubladen).

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