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    Die Terminologie der Baumschule

    Von Hoch- und Halbstämmen und Buschbäumen

    Alle Kultursorten von Obstbäumen entstehen durch das Aufpfropfen einer Sorte auf eine fremde Wurzel, die sogenannte Unterlage. Dieses Verfahren (die Veredelung) ist unumgänglich, da nur durch diese vegetative Vermehrung ein sortenechter Nachkomme gezogen werden kann. Die Veredelung erlaubt dem Baumschuler, neben der Sorte durch die Wahl der Unterlage auch die Wuchsform des Baumes festzulegen. Die Stammhöhe (also die Höhe zwischen dem Boden und dem untersten Kronenast) verändert sich zeitlebens nicht mehr, der Baum wächst nur noch an den Endknospen weiter.

     

    Hochstamm.
    Die ursprüngliche Wuchsform der meisten alten Kultursorten auf den Streuobstwiesen; aufgrund einer Stammhöhe von ca. 160–180 cm erlaubt sie eine zusätzliche Grünlandnutzung auf derselben Fläche (oder im Garten auch das Aufhängen einer Hängematte). Hochstämme sind ihrer majestätischen Größe wegen als Lebensraum von besonderem ökologischem Wert und in der Lage, Schatten zu spenden. Sie sind aber auch schwieriger zu pflegen und zu beernten als kleinere Baumformen und benötigen eine Fläche von 70–80 qm.

    Halbstamm.
    Der Halbstamm steht in Kronenbreite und Wuchs dem Hochstamm in nichts nach, jedoch ist sein Stamm nur 100–120 cm hoch, wodurch die Krone

    leichter zu erreichen ist. Durch Abschneiden der unteren Kronenäste kann ein Halbstamm über mehrere Jahre zu einem Hochstamm erzogen werden. Die Hoch- und Halbstämme liefern wir als kräftige, vier- bis fünfjährige Pflanzen. Die erste Ernte können Sie – richtige Pflege vorausgesetzt – etwa 5 Jahre nach der Pflanzung erwarten. Dies kann natürlich nur ein Anhaltspunkt sein; die erste Ernte kann, durch Sortenwahl oder Umwelteinflüsse bedingt, Jahre früher oder später eintreten.

     

    Buschbaum.
    Der Buschbaum bietet sich dann an, wenn der Platz im Garten knapp ist. Hier ist die Sorte auf eine schwachwachsende Unterlage veredelt, die Bäume werden nur etwa 3 m hoch und haben einen Platzbedarf von 12–16 qm. Zudem tragen sie schon nach wenigen Jahren; sie sind (mit einer Lebenserwartung von 15–20 Jahren) allerdings nicht so langlebig wie Hochstämme, die bei guter Pflege bis 50 (Äpfel und Quitten) oder 100 (Birnen) Jahre alt werden können.

     

    Pflanzabstand Halb- und Hochstämme (und Buschbäume).
    Äpfel 6–8 m (3–4 m), Birnen 5–7 m, Süßkirschen 6–9 m, Pflaumen 4–6 m, Quitten 4–5 m (2–3 m).

     

    Befruchtungsverhältnisse.
    Einige der wichtigsten Obstarten (Äpfel, Birnen, Süßkirschen und andere) befruchten sich nicht selbst, d.h., sie benötigen zur Fruchtbildung einen guten Pollenspender in der Nachbarschaft (max. 200 m entfernt). Da die örtlichen Verhältnisse diesbezüglich oft schwer einschätzbar sind, kann es vorkommen, daß ein Obstbaum trotz Blüte keine Früchte trägt.

     

    Anmerkung zur Standortwahl.
    Viele Böden in Deutschland sind ohne bodenverbessernde Maßnahmen (Kalkung) zu sauer für anspruchsvolle Obstgehölze. Bitte erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei den örtlichen Gartenbauvereinen.

    Die Terminologie der Baumschule, 2. Teil.

    Verpflanzte Sträucher.
    Dabei handelt es sich um mehrtriebige Pflanzen (die Größe wird jeweils angegeben), die durch mehrmaliges Verpflanzen in der Baumschule gekräftigt und abgehärtet werden. Wegen des im Vergleich zum Pflanzenwert relativ hohen Aufwandes für Verpackung geben wir hier Mengenrabatte. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir Mengenrabatte nur jeweils innerhalb einer Sorte gewähren können.

    Heister.
    Dies sind Laubbäume mit meist einem durchgehenden Leittrieb, die noch keine Krone besitzen.

     

    Pflanzabstand Sträucher:
    Mispel 5 m; Felsenbirne 4–5 m; Zibarte, Kornelkirsche, Bauernjasmin 3–4 m; Sanddorn 2–3 m; Brombeere, Hortensien, Flieder, Weinrebe 2 m; Sibirische Blaubeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Apfelbeere 1,5 m; Nordische Zitrone, Fuchsie 1 m; Himbeere 4–5 Ruten/m.

     

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