Sprachlos im Reich der Sinne, das ist niemand. Nehmen wir zum Beispiel Essen und Trinken. „Aber wir können nie wissen, was der andere wirklich schmeckt“, sagt Dr. Jeannette Nuessli Guth, Lebensmittelsensorikerin am Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich.
Das Medium, in dem wir uns unsere Geschmackseindrücke und Erlebnisse mitteilen, unsere Sprache, ist so einfach wie komplex. Unser Wortschatz besteht hier längst nicht nur aus „gut“ und „nicht gut“, er hat viele Begrifflichkeiten und Umschreibungen für die fünf Grundgeschmacksarten süss, sauer, salzig, bitter und umami. Letzteres wird umgangsprachlich als bouillonartig oder würzig beschrieben, was als Beispiel genügen soll, um ein Forschungsprojekt anschaulich zu machen.
Linguisten, Lebensmittelsensoriker und Kognitionswissenschaftler aus fünf Schweizer Instituten erkunden und dokumentieren im Projekt „SenS“ die „gustatorische Semantik“ (so der Fachbegriff) der Deutschen. Ziel ist es, den Geschmackswortschatz der deutschen Sprache im Ganzen zu erfassen. Ein Online-Lexikon ist im Entstehen. Wir finden das Projekt „gut“, um es knapp zu sagen, und sind gespannt.
www.sensorysemantics.ch
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