Oberleder Rindleder fettgegerbt. Futterleder chromgegerbtes Kalbleder ungefärbt. Polsterung im Knöchelbereich. Brandsohle Rindleder. Starke Laufsohle aus Gummi, profiliert und besonders abriebfest. Schließen und Schnürösen aus Metall.
Achtung! Englische Größenangaben. Nähere Informationen finden Sie unter: „Maßtabellen“.
Zwiegenäht aus Juchtenleder. Kaiserlich. Der Jagdstiefel.
Als Vorbild für diesen Stiefel galten die
Uniformstiefel der k. u. k. Kavallerieregimenter.
Für die berittenen Soldaten
ausgesprochen praktisch war die Art
und Weise der Schnürung – und sie ist
es heute noch. Die starken ledernen
Senkel werden nicht einfach gebunden,
sondern können mittels umlaufendem
Riemen und Schließe oberhalb des
Rists mit wenigen Handgriffen enger
oder weiter gestellt werden, abhängig
davon, ob man sich zu Pferd oder zu
Fuß fortbewegt. Entsprechend anpassen
läßt sich auch die Weite des Oberschafts
mit Lederriegel und Metallschließe
– beides hat seinen praktischen
Sinn auch heute nicht verloren.
Robustes Winterschuhwerk.
Für Manufactum wird der Stiefel als
Winter- und Jagdstiefel wieder gefertigt:
in Gänze aus dem besonderen
Juchtenleder, einem äußerst strapazierbaren,
gleichzeitig nach dem Eintragen
recht geschmeidigen und nahezu
als wasserdicht zu bezeichnenden fettgegerbten
Rindleder. Alles an diesem
Stiefel ist auf Langlebigkeit und Belastbarkeit
ausgerichtet; Zwierahmen
und
Senkel sind extra stark und breiter als
gewöhnlich ausgeführt; die vordere
Partie des Schafts ist – durchaus nichts
Alltägliches – aus einem Stück gefertigt,
was ihn noch einmal unempfindlicher
gegen Feuchtigkeit werden läßt.
Wenn Sie mögen (oder sonst nichts übrigbleibt),
müssen Sie Pfützen und flachen
Rinnsalen derart „beschuht“ nicht
aus dem Wege gehen. Bei kalter Witterung
empfiehlt es sich, dabei eine wärmende
Einlegesohle in den Stiefel zu
legen.
Schuhmanufaktur Ludwig Reiter. Wien, 1. Bezirk. 125 Jahre.
Seit 1885 gibt es die Schuhmanufaktur Ludwig Reiter in Wien. Bevor der erste Herr Reiter sich dort niederließ, hatte er sein Handwerk bei einem italienischen Schuhmacher in Karlsbad gelernt. 2010 befindet sich das Unternehmen in der vierten Generation in der Familie. Rahmengenähte Schuhe, bei denen das lederne Oberteil nicht einfach an die Laufsohle geklebt, sondern zunächst an einen rund um die Brandsohle laufenden Riemen (aus Leder) – den Rahmen eben – genäht wird, bevor man mit einer zweiten Naht die Laufsohle montiert, sind immer das Markenzeichen des Betriebes gewesen. Diese traditionelle Art, einen Schuh handwerklich zu fertigen, hat man bis heute nicht aufgegeben; viele der in der Gründungszeit der Werkstatt neu produzierten Modelle werden heute noch hergestellt: immer wieder aufs neue und sicher in den heutigen Anforderungen an eine gute Paßform entsprechend optimiert. In ihrem Kern aber sind es dieselben Schuhe wie damals – wie der folgende Jagdstiefel aus dem Hause Ludwig Reiter eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Pflegehinweis:
Sogenannte Fettausblühungen
im Juchtenleder stellen keinen
Nachteil dar, sie sind im Gegenteil
Ausweis der hohen Qualität des Leders
und lassen sich einfach mit der Bürste
wegpolieren.