Das Klappetui wird aus nur einem Lederstück geformt und vernäht. Seitenverstärkung durch die umgeklappten und vernieteten Seitenstücke. Rindleder, vegetabil gegerbt (Lederstärke 3,4 mm). Zur Schonung der Brille ist der Boden des Etuis mit einer gefütterten Einlage aus Ziegenleder versehen.
In zwei Größen:
Klein (Länge 15,5 cm, Breite 6 cm, Höhe 3 cm, Gewicht 70 g)
Groß (Länge 17 cm, Breite 8 cm, Höhe 3,5 cm, Gewicht 100 g).
Die Leder. Überlegen im Gebrauch. Optisch wie haptisch überzeugend.
Funktionale Aspekte bestimmen
neben
der Haptik und Optik die Auswahl
der Leder für Gürtel, Taschen und Kleinlederwaren. Dabei
finden unvergleichlich festes und
widerstandsfähiges
Ochsenleder,
klassisches, hochwertiges Rindleder,
äußerst
feinporiges Kalbleder,
gleichermaßen
robustes wie weiches
Elchleder und ewig haltbares, dabei
jedoch sehr feines und glänzendes
Pferdeleder Verwendung; ebenso das
weiche Leder von Ziege und Hirsch.
Gerbverfahren.
Die Gerbung ist
der Prozeß, in
dem Tierhaut
ihre Beständigkeit
gegen
Wasser und
Fäulnis erhält.
Eiweißfaser
wird dabei in
Lederfaser umgewandelt
– ein
Prozeß übrigens, der synthetisch
nicht nachgebildet werden kann. Neben
der Beschaffenheit
der Rohware
entscheidet
die Art der Gerbung über
die Qualität und die Eigenschaften
des ledernen
Endprodukts:
Festigkeit,
Dehnbarkeit,
Wasserverträglichkeit,
und auch die Eigenschaften
der Oberfläche
wie Härte oder
Geschmeidigkeit
werden maßgeblich
vom Gerbverfahren
bestimmt. Die
traditionellen Gerbverfahren
sind uralt;
sie lassen sich nach den bestimmenden
Gerbstoffen
in drei Gruppen
teilen:
Die Loh- oder Rotgerbung erfolgt mit
pflanzlichen Stoffen (Extrakten aus Rinden,
Hölzern, Blättern und Früchten)
und wird bei schweren Rinderhäuten
angewandt. „Lohgare“ führt zu einem
sehr festen, langlebigen
und robusten
Leder, das durch Gebrauch seine
Patina
erhält.
Die Sämischgerbung arbeitet mit Fett
und Tranen und wird vor allem auf
Hirsch-, Reh-, Schaf- und Ziegenhäute
angewandt. Sämischgares Leder ist
ungemein weich, von fast wollartiger
Beschaffenheit
und kann ohne Schaden
vielfach gewaschen werden.
Bei der Alaun- oder Weißgerbung,
einer
mineralischen Gerbung, wird
Alaunstein verwendet; sie wird vor allem
bei Kleintierfellen
angewandt und
führt zu einem hellen Leder von großer
Weichheit.
Die Chromgerbung, ebenfalls mineralisch,
ist dagegen jüngeren Datums.
Sie wurde im 19. Jahrhundert eingeführt,
arbeitet mit Chrom- und anderen
mineralischen Salzen und hat den Vorteil
sehr kurzer Gerbzeiten. Das Ergebnis ist ein leicht zu verarbeitendes, sehr
geschmeidiges, weiches, tuchartiges
Leder, wie es heute
beliebt ist.
Dies alles wäre noch übersichtlich,
wenn es dazwischen nicht eine ganze
Reihe
modernisierter und kombinierter
Varianten
der Loh-, Sämisch- und
Alaungerbung gäbe, bei denen die
Gerbzeiten
durch mechanische und
chemische Mittel deutlich verkürzt
werden.
Wir folgen bei unseren Lederwaren
folgender
Terminologie:
– mineralisch gegerbtes Leder nennen
wir chromgegerbt.
Mit pflanzlichen Gerbstoffen hergestellte
Leder werden allgemein als vegetabil
gegerbt
bezeichnet. Sie entstehen in
Faßgerbung,
Grubengerbung oder Altgrubengerbung,
die – in dieser Reihenfolge
– mit steigendem Zeitaufwand immer
festere und zähere Leder hervorbringen.
Wir nennen:
– pflanzlich im rotierenden Gerbfaß gegerbte
und daher relativ weiche Leder
mit vergleichsweise kurzer Gerbzeit
vegetabil gegerbt;
– das in der besonderen Form der
vegetabilen
Gerbung im sogenannten
Farbengang (einem System
von 6 bis 12 mit Lohbrühe gefüllten
Gruben) gegerbte Leder grubengegerbt;
– und das wirklich in vielen Monaten
in der Grube lohgegerbte Leder
altgrubengegerbt.
Für unser Lederwarensortiment verwenden
wir (mit wenigen Ausnahmen)
vegetabil gegerbtes, grubengegerbtes
und (in einem Fall) sämischgares
Leder. Es stammt zum größten Teil
aus deutschen Gerbereien.
Hier, im
Heimatland
der weltweit in hohem
Ruf stehenden Gerberschule
Reutlingen,
behalten noch einige Gerber die
traditionellen,
langwierigen Gerbverfahren
bei und besetzen damit eine
kleine Marktnische.
Viele unserer Taschen und Kleinlederwaren
sind Eigenentwicklungen.
Gemeinsam
ist allen Produkten
die Auswahl
robuster Leder und der Rückgriff
auf sattlertypische, auf Haltbarkeit
zielende Techniken.