
Unsere Begeisterung für Sämischleder können und wollen wir nur schwer verhehlen. Sie veranlaßt uns, immer wieder nach weiteren Einsatzmöglichkeiten für dieses außergewöhnliche Material zu suchen.
Die aus diesem Antrieb entstandene, hier vorgestellte zweiteilige Hirschlederjacke ist uneingeschränkt wintertauglich, denn eine – mittels kleiner Leder- schlaufen leicht ein- und auszuknöpfende – Weste aus Walkstrick ergänzt die wind- und wasserab- weisenden Qualitäten des Sämischleders bei Bedarf um die wärmespendende Eigenschaft eines dichten, jedoch nicht zu schweren und bequem zu tragenden Gestricks.
Eine weitere Besonderheit dieser Jacke ist der Farb- auftrag, der rein mechanisch durch wiederholtes Ein- bürsten erfolgt. Dieser aufwendige manuelle Prozeß führt einerseits zu einer unvergleichlich schönen und haltbaren Oberfläche, andererseits zu partiellem Durchschlagen der Farbe auf der Abseite (also nach innen), was sich (natürlich nur bei ausgeknöpfter Weste) auf dem gelbfarbenen Grund in unregel- mäßige Scheckungen und dunklen Flecken zeigt: für den Kenner kein Mangel, sondern im Gegenteil ein Zeichen authentischer, traditioneller Lederverarbeitung.
Damit dies erkennbar bleibt, ist die Jacke selbst nicht noch einmal ab- gefüttert. Die natürliche Farbigkeit der Unterseite wird außen durch die für Sämischleder typische Paspelverarbeitung (hier wird ein Gamsleder- streifen zwischengefaßt) an den Teilungsnähten dezent aufgegriffen.
Die hier nur am Rande gewürdigte eingeknöpfte Weste ist ein Kleidungsstück für sich und läßt sich auch ohne weiteres solo tragen. Jacke samt Innenleben fertigt Hack in Köln für uns (zu einem zugegebenermaßen nicht billigen, aber angesichts des Gebotenen jederzeit ohne einen Anflug von Schamesröte zu rechtfertigenden Preis.)
Im Wortsinn fabelhaft: Kleidung aus echtem Sämischleder.
Es gibt heute nur wenige Gerber, die die „Urverfahren“ ihres Handwerks noch beherrschen, jene alten und komplizierten, von denen jeder Kenner sofort zugibt, daß sie bei weitem schönere, dauerhaftere Leder hervorbringen als all ihre „fortgeschritteneren“ Nachfahren.
Das Verfahren.
Es ist ein aufwendiger Vorgang, der sich über ein ganzes Jahr hinzieht: In den ersten drei Monaten wird die Haut erst im Äscher, einer mit Weißkalk gefüllten Grube, eingelagert, dann auf dem Gerberbaum zur Blöße gespannt. Der konservierende Effekt, also die Verwandlung der Eiweißfaser der tierischen Haut in Lederfaser, beruht bei der Altsämischgerbung auf der Oxidation tierischer Fette und Trane, die mit mechanischen Mitteln in die Fasern der Haut eingearbeitet werden: in diesem Fall Dorschtran, der mit Hilfe Hunderte Jahre alter Hammerwalkwerke zwischen die Fasern der „Blöße“ gepreßt wird. Die Fette lassen das sämischgare Hirschleder mit der Zeit zu einem unerreichten Bekleidungsleder werden: Es ist geradezu unverwüstlich, dabei weich, warm, fast wollig im Griff, temperaturausgleichend (daher zu jeder Jahreszeit angenehm zu tragen) und so unempfindlich gegen Wasser, daß es als einziges Leder sogar gewaschen werden kann. Diese Eigenschaft verliert es übrigens auch nicht durch die Färbung: Sämischleder läßt sich allein mit Pigmenten färben, die regelrecht in das Material eingearbeitet werden und die nach einer Fixierung mit Ammoniak nicht mehr wasserlöslich sind. Unsere Hirschlederbekleidung lassen wir bei Hack in Köln konfektionieren. » zum Produkt… ab 2.898,00 SFR
Aus dem altsämischgegerbten Hirschleder: Freizeit- und Arbeitshose. Allem gewachsen.
Mit einer einfachen „Krachledernen“ hat diese Hose nicht viel gemein: Sie kommt erstens ganz ohne folkloristische Details aus und ist zweitens aus keinem gewöhnlichen Leder gemacht, sondern aus dem altsämischgegerbten Hirschleder, aus dem auch die Herrenjacke gefertigt ist – es ist ungemein weich, warm, fast wollig im Griff und temperaturausgleichend. Darüber hinaus ist es so wasserfest, daß es sogar gewaschen werden kann.
Die einzige Teilungsnaht in der Kniekehle zeugt davon, daß auch für dieses Kleidungsstück nur ausgesuchte, großflächig intakte Häute verwendet werden. Die Lederhose ist mit geradem Bein und zwei geräumigen Flügeltaschen mit breiter Steppnaht gearbeitet. Sie schmiegt sich der Körperform an und wird bei jedem Tragen nur noch geschmeidiger und schöner.
Weitere Details.
Eine große, knöpfbare Gesäßtasche mit einem Büffelhornknopf rechts, links eine Messertasche fürs Fahrtenmesser (mit Befestigungs- schlaufe am Bund); Hoseninnenbund mit Steinnußknöpfen zum Einknöpfen von Hosenträgern; Gürtelschlaufen. An den Taschenein- griffen und auf der Innenseite der Hose ist noch die für das Altsämisch- leder typische hellgelbe Abseite sichtbar – dieser wird aber vor allem an den Taschen mit der Zeit eine Patina zuwachsen, die dafür sorgt, daß das Leder an diesen Stellen nachdunkelt.
» zum Produkt… ab 1.495,00 SFR
Pflegehinweis:
Altsämischgegerbtes Hirschleder kann gelegentlich bei 30 °C im Wollwaschgang gewaschen werden (wenn es wie hier futterlos verarbeitet wurde).
Ihr Warenkorb ist leer.
enthält kein Produkt.
138,00 SFR